histHub – Projektträger

Um das Potenzial der Strukturierung und Vernetzung digitaler Daten künftig gemeinsam zu nutzen und weiterzuentwickeln haben sich die Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins mit ihrer Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen (SSRQ), die Forschungsstelle der Diplomatischen Dokumente der Schweiz (DDS) mit ihrer Datenbank Dodis, das Historische Lexikon der Schweiz (HLS), das Schweizerdeutsche Wörterbuch (Idiotikon) und das Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung (ortsnamen.ch) im Consortium Historicum zusammengeschlossen und das Projekt histHub entwickelt.
Durch ihren Langzeitcharakter und den frühzeitigen Einsatz digitaler Werkzeuge haben die beteiligten Institutionen besondere Expertise in der nachhaltigen Umsetzung digitaler Projekte und in der fachspezifischen Nutzung von Forschungsdaten. Zusammen verfügen sie über umfassende und qualitativ hochstehende Wissensbestände zur Schweizergeschichte und methodologische Kompetenzen für ihre Verwaltung und Nutzbarmachung.

Die DDS sind ein Projekt zur Edition zentraler Dokumente zur Geschichte der schweizerischen Aussenbeziehungen.Das Anliegen der DDS ist dabei ein wissenschaftliches und praktisches zugleich. Den verantwortlichen Herausgeberinnen und Herausgebern geht es darum, der Forschung und Praxis die amtlichen Quellen in gedruckter und digitalisierter Form zur Verfügung zu stellen, die nötig sind für die Rekonstruktion und das Verständnis der aussenpolitischen Geschichte der Schweiz. Die Selektion und Edition der relevanten Dokumente erfolgt durch eine aus  Historikerinnen und Historikern verschiedener Schweizer Universitäten gebildete Forschungsgruppe, welche auch die Redaktion des wissenschaftlichen Apparates besorgt.

Edition und Datenbank
Die Aktenedition in gedruckter Form liegt bereits vollständig in 15 Bänden der Ersten Serie  zu den Jahren 1848-1945 vor (Bde. 1–15). Die Zweite Serie (Bde. 16–31) zu den Jahren 1945-1989 wird nach einem speditiven Editionsplan 2020 abgeschlossen werden.
Die Internet-Datenbank Dodis ermöglicht – in Ergänzung zur herkömmlichen Aktenedition – den freien Zugang zu einer grossen Anzahl von digitalisierten Dokumenten. Sie liefert auch eine Fülle von Informationen zu in- und ausländischen Personen und Körperschaften, die aussenpolitisch aktiv waren. Es werden auch eine Dokumentation und eine Reihe von Themendossiers zur Verfügung gestellt.

Das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) ist ein wissenschaftliches Nachschlagewerk, das die Geschichte auf dem Gebiet der heutigen Schweiz von der Urgeschichte bis zur Gegenwart in allgemein verständlicher Form darlegt. Es ist das weltweit einzige wissenschaftliche Lexikon, das gleichzeitig in drei Sprachen erscheint, nämlich in den Schweizer Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch. Das HLS wird als Buch und zugleich als elektronische Datenbank unter dem Namen e-HLS publiziert.

Die Artikel des HLS und des e-HLS unterteilen sich in Biografien, Familienartikel, Ortsartikel und Sachartikel. Die Ortsartikel enthalten Informationen zu Gemeinden, Kantonen, Regionen, anderen Ländern, Herrschaften, Burgen, archäologischen Fundorten usw. Die Sachartikel behandeln Institutionen und geschichtliche Ereignisse, aber auch historische Strukturen, Prozesse und Ordnungsbegriffe. Die Auswahl der Lexikonstichwörter ist einer Histoire totale verpflichtet, die historische Gesellschaften und Räume möglichst in ihrer Gesamtheit erfassen will. Neueste Trends in der Geschichtswissenschaft werden sowohl in der Stichwortauswahl wie auch in den einzelnen Artikeln berücksichtigt. In HLS und e-HLS fliesst Expertenwissen aus allen historischen Teildisziplinen und aus fachverwandten Gebieten wie der Kirchen-, Medizin-, Musik- oder Militärgeschichte ein.

Alle Artikel des e-HLS können mit einer Volltextsuche abgefragt werden. Die dreisprachige Stichwortliste des e-HLS ist ein wertvolles Instrument beim Übersetzen von historischen Fachbegriffen.

ortsnamen.ch stellt Resultate der schweizerischen Ortsnamenforschung der Öffentlichkeit zur Verfügung und orientiert über den Stand der Namenforschung in der Schweiz.

In der Online-Datenbank erhalten Sie Zugriff auf die Namendatenbank.

ortsnamen.ch leistet und gewährleistet:

  • die kontinuierliche Sicherung der Forschungsdaten von laufenden und (vor allem) abgeschlossenen Projekten
  •  die elektronische Veröffentlichung dieser Daten (oder von Teilen davon) über die Homepage
  • die georeferenzierende Darstellung von Namendaten über verschiedene Online-Kartensysteme
  • das Führen einer laufenden (und mit elektronischen Ressourcen verknüpften) Bibliographie zur Deutschschweizer Ortsnamenforschung
  • in kleinem Umfang eigene, auf Datengewinnung und -präsentation ausgerichtete Forschungstätigkeit (aktuell: Erfassung von Exonym- und Endonym-Varianten aus den handschriftlichen Aufzeichnungen für den Sprachatlas der Deutschen Schweiz).

Und schliesslich ist ortsnamen.ch auch eine Informationsplattform für aktuelle Veranstaltungen und Publikationen im Rahmen der schweizerischen und internationalen Toponomastik.

Seit 1898 gibt die Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins eine Sammlung der im Gebiet der heutigen Schweiz entstandenen Rechtsquellen heraus, die Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen (SSRQ). Ediert wird rechtshistorisches Quellenmaterial vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit (1798). Bisher sind über 100 Bände oder mehr als 70’000 Seiten Quellentexte und Kommentare aus allen Sprachteilen der Schweiz in der Sammlung erschienen.

Im Rahmen eines vom Schweizerischen Nationalfonds und vom Friedrich-Emil-Welti-Fonds geförderten Projekts wurden alle Bände der Sammlung digitalisiert und sind auf der Website der Sammlung Schweizerischer Rechtquellen verfügbar.

Es gibt folgende Zugänge zur Sammlung:

Für weitere Informationen zur SSRQ online verweisen wir auf den detaillierten Beschrieb.

Das Schweizerische Idiotikon dokumentiert die deutsche Sprache in der Schweiz vom Spätmittelalter bis ins 21. Jahrhundert.

Mit bisher 16 abgeschlossenen Bänden und dem in Arbeit befindlichen 17. Band, die zusammen über 150 000 Stichwörter enthalten, ist das Schweizerische Idiotikon schon vor seinem Abschluss das umfangreichste Regionalwörterbuch im deutschen Sprachraum. Es dokumentiert die deutsche Sprache in der Schweiz vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart, die älteren Sprachstufen genauso wie die lebendige Mundart. Da der Grundstock des Mundartmaterials in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dank der Mitarbeit von gegen 400 Korrespondenten zusammengekommen ist, kann das Werk sonst kaum beschriebene und heute weitgehend verschwundene Bereiche der sprachlichen, geistigen und materiellen Kultur dieser Zeit besonders gut dokumentieren. Es ist Arbeitsinstrument für verschiedenste Wissensgebiete wie Sprach-, Geschichts- und Rechtswissenschaft, Volks- und Namenkunde. Seit 2010 ist das Idiotikon auch online abrufbar.

Das Gesamtwerk wird 17 Bände umfassen. Auf den Abschluss hin sind Arbeiten an einem alphabetischen und einem grammatischen Gesamtregister in Gang. Überdies werden eine Kompaktausgabe (Volksausgabe) und eine weiter ausgebaute elektronische Fassung des Werks vorbereitet.

Geographisch umfasst das Bearbeitungsgebiet die deutsche Schweiz (ohne das bairischsprachige Samnaun) einschliesslich der Walserorte in Norditalien.

Das Schweizerische Idiotikon digital enthält die Bände I–XVI, d.h. die Grundwörter von A bis X.